30. März 2026
Durch Gespräche mit Zeit- und Zweitzeug:innen konnten wir erfahren, dass sowohl das KZ-Außenlager in Königstein als auch der Mittellandgasthof in Struppen direkt von der örtlichen Bevölkerung eingesehen werden konnten und es zu Interaktionen mit den Häftlingen kam.
So berichteten Zeitzeuginnen, dass sie Essen gegen selbstgebautes Spielzeug tauschten oder von Häftlingen angesprochen und nach Nahrung gefragt wurden.
Darüber hinaus konnten wir weitere Erkenntnisse über die Nachnutzung der Anlagen gewinnen. Das KZ-Außenlager in Königstein wurde zeitweise von der Roten Armee genutzt und ausgebaut. Nach deren Abzug wurden die Baracken unter den Anwohner aufgeteilt und abgetragen, teilweise zur Brennstoffgewinnung, teilweise als Baumaterial.
Auch vor den Stollen wurden im Auftrag der Roten Armee Gleise, Kompressoren und Transformatoren demontiert und abtransportiert. Wohin diese verbracht wurden, lässt sich bislang nicht nachvollziehen.