Die Karte zeigt die Standorte des KZ-Außenlagers Königstein sowie dessen Verlagerungen. Mithilfe historischer Luftaufnahmen, Skizzen und Pläne wird die Entwicklung des Außenlagers und die Verlagerung visualisiert. So lässt sich nachvollziehen, wie das Lager die Region prägte und welche Spuren die Arbeiten der KZ-Häftlinge in der Landschaft hinterließen.
Das Lager auf der Eselswiese war das erste Lager, das von den KZ-Häftlingen errichtet wurde. Es bestand aus 35 Finnhütten ähnlichen Baracken, die aus gepresstem Papier bestanden. In den Baracken schliefen bis zu 40 Häftlinge auf dem blanken Boden.
Das Lager war von einem Stacheldrahtzaun umgeben. In unmittelbarer Nähe befanden sich die Baracken der SS-Wachmannschaften. Die Häftlinge auf der Eselswiese errichteten später ein zweites Lager im nahegelegenen Wald.
Der Lagerzaun verlief direkt am Festungsweg, sodass es immer wieder zu Begegnungen zwischen Anwohnerinnen und KZ-Häftlingen kam. Die Häftlinge versuchten dabei, von den vorbeigehenden Passanten Lebensmittel zu erbetteln.
Das Lager am Milchweg war der zweite Lagerkomplex, der in Königstein errichtet wurde. Es bestand aus Holzbaracken. Es gab eine Baracke für die Lagerküche und eine Krankenbaracke. Diese verfügte jedoch lediglich über eine notdürftige Ausstattung. Kranke Häftlinge wurden in der Regel in das Konzentrationslager Flossenbürg zurückdeportiert und verstarben dort häufig aufgrund der Arbeits- und Lebensbedingungen im KZ-Außenlager Königstein.
Das Lager war von einem Stacheldrahtzaun umgeben und durch Wachtürme gesichert. Außerhalb des Lagerbereichs befanden sich Baracken mit den Unterkünften der SS-Wachmannschaften.
Nach der Räumung des Lagers im März 1945 wurde das Gelände nach Kriegsende kurzzeitig von der Roten Armee weiter genutzt und ausgebaut. Nachdem diese abgezogen war, bauten Anwohner:innen das Lager zurück. Die Materialien wurden als Baumaterialien und Brennstoff verwendet. Zaunpfosten wurden später in Struppen als Grundstückszäune wiedergefunden.
In der Niederen Kirchleite wurden ab November 1944 Stollen in den Sandstein getrieben. Die Spuren dieser Arbeiten sind noch heute sichtbar. Innerhalb kürzester Zeit entstanden 23 Stollen. Die KZ-Häftlinge wurden überwiegend für die schweren Räumarbeiten eingesetzt. Sie mussten das aus den Stollen gelöste Gestein nach draußen bringen, damit es abtransportiert werden konnte.
Darüber hinaus wurden sie bei Infrastrukturarbeiten eingesetzt. So mussten sie Gleise verlegen und Erdwälle aufschütten.
Die Baustelle wurde im März 1945 an die IG Farben übergeben. Die KZ-Häftlinge wurden daraufhin per Bahn in das Außenlager Leitmeritz deportiert.
Heute darf das Gelände nur mit Genehmigung der Nationalparkverwaltung betreten werden. Es gehört zur Naturschutzregion Sächsische Schweiz. Außerdem besteht Gefahr durch herabfallendes Gestein von der Felskante.
Der Häftling Heinrich Smilegewitsch fertigte 1975 im Rahmen seiner Zeugenaussage eine Zeichnung des KZ-Außenlagers an. Darauf sind die innere Struktur des Lagers sowie eine Küchenbaracke und eine gesonderte Baracke für das Küchenpersonal und den Lagerältesten zu erkennen. Das Lager war von einem Zaun umgeben, an dessen Enden sich Wachtürme befanden.
Der Bahnhof Rathen sollte für das Projekt „Schwalbe II“ umgebaut und um zusätzliche Gleise zu einem Verladebahnhof erweitert werden. Von dort aus sollte das Benzin schnell abtransportiert werden können. Dafür war ein zusätzliches Gleis vorgesehen, das durch einen Tunnel nordöstlich in Richtung Dresden verlaufen sollte.
Lediglich ein Teil der Aufschüttungen für die geplanten Gleise wurde tatsächlich umgesetzt.
Auf der Karte sind die Flurstücke zu erkennen, die für das Projekt enteignet werden sollten. In Rot sind die geplanten Gleisanlagen und der Tunnel dargestellt. Die Namen der Eigentümer:innen wurden aus Datenschutzgründen aus dem Lageplan entfernt.